Öffentliche Stellungnahme zur Änderung der 6. Änderung des Flächennutzungsplans 2020

Sehr geehrte Herren,

auf meine letzte Stellungnahme habe ich leider keine Antwort erhalten. Die Abwägung musste ich über mehrere Ecken „erbeuten“. Warum sollte die Abwägung geheim bleiben? Haben Sie sich etwa für die Polemik geschämt? Kann ich verstehen.

Der GVV repräsentiert nicht die Bevölkerung, sondern nur das südbadische Patriarchat und damit als Teil davon den Industriellen vom Palmhof mit seinem bezahlten Herrn für die gesetzlich vorgeschriebenen Umweltberichte. Der Palmhof lebt schon lange auf Kosten der Tiere und der Umwelt und damit auch auf Kosten der nächsten Generation. In diesem Sinne wurde keine Prognose für das Grundwasser erstellt.

Natürlich geht von der Anlage im störungsfreien Regelbetrieb direkt keine Verschlechterung des Grundwassers aus. Aber um die Anlage „zu füttern“ wird intensivst Ackerbau betrieben. Dabei werden unter anderem der sogenannte wertvolle Dünger (die Reste der Biogasanlage) auf die Felder ausgebracht. Und genau hier ist die Auswirkung der Vergrößerung der Biogasanlage auf das Grundwasser zu berücksichtigen.

Der Schaafäcker ist seit 1.1.2017 nach §5 Abs. 3 SchALVO Nitrat-Problemgebiet. Im Umweltbericht wird behauptet das sei noch nicht rechtskräftig, jetzt wird behauptet das sei nicht nachvollziehbar. Die Meinung des Herrn ist da irrelevant. Auch geht es nicht um den Ist-Zustand unseres Trinkwassers, sondern um den Zustand des Trinkwassers, nachdem die Planung duchgedrückt wird. Ich verlange hierfür eine Prognose eines Sachverständigen!

Niemand hat etwas gegen Abfälle in einer Biogasanlage. Dafür wurden sie einmal konzipiert. Es geht um den Mais, für dessen Monokultur die Böden zerstört werden und das Grundwasser verseucht wird.

Der Anbau einjähriger Pflanzen für Biogasanlagen ist nicht nachhaltig!* Dies ist wissenschaftlicher Konsens. Die Biogaslobby stellt sich mit dem Maisanbau und dem damit verbundenen Schwerverkehr nicht nur gegen die eigene Bevölkerung, sondern auch gegen alle wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Auch wenn ich auf die polemische Abwägung hier nicht weiter eingehen will, würde mich doch brennend interessieren, wie der Herr den Satz „Das Ausbringen „vielfältiger Chemikalien“ zum Beispiel zur Steigerung der Erntemasse ist ausgeschlossen“ wohl gemeint hat? Es wäre nett, wenn die Herren sich in Zukunft jemand suchen würden, der zumindest weiß, was Chemie bedeutet.

Für Ihre Pläne in der Zukunft: Privilegiertes Bauen im Außenbereich geht nur, wenn das Futter überwiegend selbst erzeugt wird. Da Sie nichts zur Steigerung der Erntemasse ausbringen wollen, wird dies schwierig werden. Ihre Drohung zur Strafe in Zukunft alles noch intransparenter als jetzt durchzuziehen, wird uns in der Opposition nicht hindern, sondern eher noch wachsamer machen.

Mit freundlichen Grüßen

* Serena Croce et al. : Anaerobic digestion of straw and corn stover: The effect of biological process optimization and pre-treatment on total bio-methane yield and energy performance, Biotechnology Advances (2016)


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